Privacy Paradox - Und was wir davon lernen können.

Aktualisiert: 27. Apr 2019

Wieso machen sich 7 von 10 Personen ernsthafte Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten im Netz? Und wieso bleibt dann nur 1 von 10 offline? Was soll dieser Widerspruch?


Aber lass‘ uns mal von vorn beginnen. Kunden machen sich Gedanken um ihre Daten, das ist ja an sich nichts Neues. Auch dass das Ganze im Zuge der Digitalisierungs- und Vernetzungsthematik immer akuter wird - kein Geheimnis. Aber wenn man sich die harten Fakten dann doch mal näher ansieht, hält man als Unternehmer, der seine Marke, sein Business und seine Dienstleistung im Internet präsentiert möglicherweise doch kurz inne.


Nutzerzahlen sozialer Medien












Denn: Es ist nicht nur so, dass der Großteil der Nutzer sozialer Medien wie Facebook und WhatsApp sehr skeptisch gegenüber der Sicherheit ihrer Daten sind (siehe Grafik oben). Nicht einmal 20% der Nutzer von Facebook sprechen den Inhalten von Unternehmen Transparenz, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit zu. Ja, tut erstmal weh das zu hören. Ganz zu sprechen von innovativeren Marketingmethoden wie Chatbots, etc.


Aber nicht gleich den Kopf in den Sand stecken.


Die Nutzerzahlen bleiben enorm, nahezu jeder in Deutschland mit einem Smartphone nutzt beispielsweise WhatsApp oder bestellt regelmäßig im Shop online, trotz massiver Datenschutzbedenken.


Ein klassischer Fall des Privacy Paradox.


Wir predigen das eine, tun das Andere. Wir machen uns als Individuen in letzter Instanz dann anscheinend doch weniger Gedanken als wir vermuten. Wieso auch? Der Mensch ist und bleibt emotional. Und er handelt auch so. Die möglichen Nachteile sind für uns nicht greifbar oder akut, wenn sie überhaupt existieren.


Aber zum Shoppen in die Stadt fahren müssen, die Veranstaltung am Wochenende via Facebook nicht mitzubekommen oder nicht mit Freunden auf WhatsApp in Kontakt bleiben, das ist sehr wohl akut.


Die ganze Thematik ist noch nicht vollständig von der Wissenschaft durchleuchtet, was man jedoch sagen kann ist, dass das Ganze zunächst schlimmer klingt, als es im Endeffekt ist. Aber rosig klingt es trotzdem nicht, da braucht man nichts beschönigen. Die Frage ist wohl eher, was wir daraus für uns mitnehmen können und wie wir damit umgehen sollten.



Dafür sollten wir uns einmal ein bisschen näher damit auseinandersetzen, woher dieses Misstrauen kommt. Ok. Wir haben da die Klassiker:


  • aufdringliche und oftmals sehr unseriöse Werbeanzeigen

  • Spam-Mails, die uns unser Image ruinieren

  • oder seitenweise verwirrende Datenschutzvereinbarungen


Die sind dann teilweise so kompliziert, dass ja irgendetwas schlechtes drin versteckt sein muss. Naja, dann eben nicht gelesen und trotzdem akzeptiert.

Nein. Die größten Auslöser für Datenschutzbedenken sind andere.


Wieso misstrauen User uns, wenn sie persönliche Daten angeben müssen?
















In dem Diagramm oben sehen wir unseren Hauptverantwortlichen. Uns selbst. Sogar noch vor den aktuellen Datenskandalen, die fast quartalsweise durch die Medien gehen. Wir selbst sind verantwortlich. Genauer gesagt unsere Formulare. Dabei wollen wir doch nur unseren Kunden näher kennen lernen. Ihm die passenden Angebote zeigen, wenn wir seine Mailadresse kennen.


Was der Kunde denkt ist etwas anderes, er assoziiert das ganze eben mit Datenverkauf, Angreifbarkeit, Schwindelei, usw. Schneller als wir bis 3 zählen können ist er weg von unserer Website oder Landingpage.


Was also tun? Auf das wesentliche konzentrieren und dafür erst einmal unsere Zielgruppe kennen lernen. Wissen, wessen Problem wir lösen können. Wie wir das können. Kurz gesagt: Erst Kundennutzen kommunizieren.


Was hat der Kunde von unserer Leistung und außerdem davon, seine Daten anzugeben? Denn was wir davon haben ist klar. Seine Zielgruppe genau zu kennen, ist natürlich auch essentiell, um auf sozialen Plattformen ein gutes Image zu behalten.


Denn erst dann können wir die passenden Inhalte bieten, maßgeschneidert auf das Publikum. Nur so können wir eine Beziehung aufbauen und glaubwürdig sein. Dazu müssen wir auch keine Hunderttausend Fans und Interessierte haben. Denn auch hier zählt: Qualität vor Quantität. Eine Person, die sich wirklich mit dir beschäftigt und sich für dich interessiert ist mehr wert als 10 andere.




Fazit:

Was du auf garkeinen Fall tun solltest:

  • riesige Formulare nutzen, auch wenn sie noch so ansprechend designed sind

  • niemals nach etwas fragen, ohne etwas bieten zu können, das gilt auch für Daten.

Im Endeffekt können wir es nicht ändern, was Facebook und Co. mit unseren Daten treibt, ich möchte es dann irgendwie selbst auch gar nicht wissen. Und auch wenn wir in den Genuss des Privacy Paradox kommen, sollten wir mit den Daten unserer Kunden nicht nur sorgsam umgehen, sondern das auch kommunizieren.


Es zählt ja schließlich was der Kunde will. Und wenn der eines nicht will, dann Dinge von sich preisgeben, ohne etwas zurückzubekommen.



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